Unterrichtsführung in den DFK ein positiveres Bild. Zudem gaben einige Befragte an, dass die
Lehrkräfte in den DFK eine höhere Erwartungshaltung an die Leistungen stellen, was von den
Lernenden positiv wahrgenommen wird: „Die Lehrperson ist strenger, aber das finde ich gut,
weil wir dann besser werden.“ Allerdings darf nicht übersehen werden, dass den Befragten
durch die regelmäßige Segregation in den DFK wichtige Inhalte in anderen Fächern entgehen.
In Bezug auf die Beziehungen zu Gleichaltrigen aus den Regelklassen zeichnen die Ergebnisse
ein erschreckendes Bild, wie das folgende Zitat verdeutlicht: „Niemand redet mit uns und wir
reden auch nicht mit ihnen.” Besonders auffällig ist, dass in den Schilderungen der
Schüler:innen eine klare Trennung zwischen „wir“ und „die anderen“ zum Ausdruck kommt,
basierend auf Sprachkompetenzen und der nationalen Herkunft. Ein Schüler beschreibt dies so:
„In der Stammklasse sind alle Österreicher:innen. Nur wenig sind wie ich.“ Darüber hinaus
berichten einige Schüler:innen von mangelnden sozialen Kontakten, was sie auf die geringe
gemeinsame Zeit mit den Peers aus den Regelklassen zurückführen. Eine Schülerin erklärt: „Da
ich nur selten in der Stammklasse bin, redet niemand mit mir und ich rede mit niemanden […]
wir kennen einander einfach nicht gut.” In diesem Zusammenhang wird auch von den
Schüler:innen erwähnt, dass man in der Deutschförderklasse nicht so schnell Deutsch lernen
kann, da es an deutschsprachigen Sprachvorbildern fehlt.
In Bezug auf die tatsächlich praktizierten Sprachgewohnheiten lässt sich eine deutliche
Tendenz zur Übernahme von sprachlichen Geboten und Verboten seitens der Schüler:innen
beobachten. Diese Anpassung wird oft mit dem Fortschritt im Sprachenlernen begründet, wie
ein Schüler erklärt: „Ich finde es gut, dass wir nur Deutsch sprechen dürfen, so lernen wir das
schneller.“ Darüber hinaus spiegelt sich in den Aussagen der Schüler:innen der Wunsch wider,
Teil einer vermeintlich sprachlich homogenen Gruppe zu sein: „Ich möchte Deutsch lernen, um
wie die anderen zu sein.“ Einige Schüler:innen sehen das Erlernen der deutschen Sprache
zudem als eine Möglichkeit, ihre Familien zu unterstützen, wie das folgende Zitat verdeutlicht:
„Ich muss Deutsch beherrschen, um meiner Familie zu helfen.“
Insgesamt weisen die Ergebnisse der Interviewstudie mit Schüler:innen, die DFK in
Mittelschulen besuchen, auf bekannte Probleme hin: eine allgemein zunehmende
Überforderung des Schulpersonals. Es fehlt an flächendeckenden Aus- und
Weiterbildungsprogrammen, die Lehrkräfte auf sprachlich heterogene Klassen vorbereiten und
ihnen differenzierte und sprachsensible Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen.
Leidtragende der zahlreichen bildungsstrukturellen Versäumnisse sind jedoch wie so oft
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