Die multiperspektivische Studie zu den
Deutschförderklassen
(MULTI-PERS I und II)
Deutschfördermaßnahmen in Österreich
Österreich wurde im Schuljahr 2018/19 das Sprachfördermodell der Deutschförderklassen (DFK) eingeführt. Das Modell sieht eine separate Beschulung von Kindern mit „mangelhaften Deutschkenntnissen” in Deutschförderkursen mit sechs Stunden pro Woche und von Kindern mit „unzureichenden Deutschkenntnissen” in Deutschförderklassen mit 15 bis 20 Stunden pro Woche vor.
Die Einführung der Deutschförderklassen wurde vielfach kritisiert, da dieses Modell evidenzbasierten Erkenntnissen zur Förderung der Sprachentwicklung widerspricht, soziale Ausgrenzung begünstigt und innerhalb der Schulen schwer zu organisieren ist. Darüber hinaus wurden die Deutschförderklassen ohne vorhergehende Pilotphase und ohne Evaluierung ihrer Wirksamkeit implementiert.
Für das Schuljahr 2026/27 hat das Bildungsministerium eine Gesetzesänderung zur Sprachförderung angekündigt. Ab diesem Zeitpunkt können Schulen die Deutschförderung autonom gestalten. Sie haben die Wahl zwischen dem bisherigen Modell (Deutschförderkurse und -klassen) und einer schulautonomen Lösung, bei der Umfang und Organisation der separaten Deutschförderstunden von der Schule selbst festgelegt werden (siehe: Weiterentwickeltes Modell der Deutschförderung).
MULTI-PERS I und II
Die multiperspektivische Studie zu den Deutschförderklassen I (MULTI-PERS I; Projektlaufzeit: 01.01.2022–31.12.2025; gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF); Projektnummer: P 35113-G; FörderDOI: 10.55776/P35113) war das erste groß angelegte Forschungsprojekt, das die Deutschförderklassen in Österreich umfassend untersuchte und damit ein politisch wie gesellschaftlich relevantes Thema aufgriff. Das Projekt zielte insbesondere darauf ab, die akademische, sprachliche sowie sozio-emotionale Entwicklung von Schüler:innen in Deutschförderklassen und -kursen zu analysieren.
Die multiperspektivische Studie zu den Deutschförderklassen II (MULTI-PERS II; Projektlaufzeit: 01.01.2026–31.12.2028; gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF); Projektnummer: PAT3380124) ist ein wichtiges Folgeprojekt zu MULTI-PERS I und begleitet die dort teilnehmenden Schüler:innen bis zum Ende der Volksschulzeit. Sie untersucht, wie sich unterschiedliche Deutschfördermaßnahmen langfristig auf die schulische, sprachliche und soziale Entwicklung der Kinder auswirken. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven verschiedener Akteur:innen – Schüler:innen, Erziehungsberechtigte, Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Vertreter:innen der Bildungsverwaltung – und die Frage, unter welchen Bedingungen Sprachförderung besonders gut gelingt. Dabei wird insbesondere auch das ab dem Schuljahr 2026/27 weiterentwickelte Modell der Deutschförderung (Mehr Autonomie) berücksichtigt.
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