Eine multiperspektivische Studie zu den Deutschförderklassen I (MULTI-PERS I)
Das Projekt
Die multiperspektivische Studie zu den Deutschförderklassen I (MULTI-PERS I) war das erste groß angelegte Forschungsprojekt in Österreich, das Deutschfördermaßnahmen untersuchte und damit ein politisch wie gesellschaftlich relevantes Thema aufgriff.
MULTI-PERS I hatte zum Ziel, die sprachliche, akademische und sozio-emotionale Entwicklung von Schüler*innen in Deutschfördermaßnahmen systematisch zu dokumentieren. Um bestehende Forschungslücken zur schulischen Umsetzung und Wirkung der Deutschfördermaßnahmen zu schließen, verfolgte das Projekt einen multiperspektivischen Ansatz und bezog relevante Stakeholder ein, darunter Lehrkräfte, Schulleitungen, Kinder sowie deren Erziehungsberechtigte. Dadurch entstand ein umfassendes Bild davon, wie die Fördermaßnahmen auf verschiedenen Ebenen der Schulgemeinschaft aufgenommen, umgesetzt und wirksam wurden.
Das Projekt identifizierte vier zentrale Ergebnisse:
- Schulen stoßen bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Deutschförderung auf organisatorische Hürden und weichen in der Praxis häufig davon ab,
- das schulische Personal vertritt divergierende Sichtweisen auf sprachliche Vielfalt (Bandbreite von deutlicher Priorisierung der Unterrichtssprache bis hin zu klarer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit),
- Schüler:innen berichten von sozialen und sozial-emotionalen Belastungen durch Segregation, und
- Erziehungsberechtigte fühlen sich häufig nicht in wichtige Entscheidungsprozesse rund um die Deutschfördermaßnahmen einbezogen.
Weitere Ergebnisse sowie Publikationen aus dem MULTI-PERS I Projekt finden Sie hier: Publikationen
"Neu in Wien"
Im Rahmen des Spin-Off Projekts „Neu in Wien – Eine Studie zu den Chancen und Herausforderungen der schulischen Eingliederung ukrainischer Kinder und Jugendlicher wurden Befragungen mit geflüchteten Schüler:innen sowie deren Lehrkräften und Schulleitungen durchgeführt. Siehe nähere Informationen auf der Projekt-Webseite: Neu in Wien (univie.ac.at)
Fördergeber
FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds | Projektnummer: P 35113 | Förder-DOI: 10.55776/P35113